Raphaela Edelbauer erhält GDD-Datenschutzpreis 2025

Anlässlich der 49. Datenschutzfachtagung (DAFTA) hat die Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD) e.V. der österreichischen Schriftstellerin Raphaela Edelbauer am 13.11.2025 den GDD-Datenschutzpreis 2025 verliehen.

Raphaela Edelbauer zählt zu den außergewöhnlichen literarischen Stimmen ihrer Generation. Ihre Werke verbinden beeindruckende sprachliche Virtuosität mit einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Zukunftsfragen. Ob historische Stoffe, feministische Spurensuche, Theater, Musikprojekte oder Gegenwartsliteratur – Edelbauer nutzt eine enorme Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen, um komplexe Themen zugänglich und erlebbar zu machen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt ihr Science-Fiction-Roman „DAVE“, für den sie 2021 den Österreichischen Buchpreis erhielt. Das Werk nähert sich dem Thema Künstliche Intelligenz aus einer ungewöhnlich humanistischen Perspektive: Es verhandelt, was Identität bedeutet, wenn ein Mensch als KI weiterexistiert, und stellt die Frage, wie sich Bewusstsein, Daten und Selbstreflexion in einer technologisierten Welt verändern. Die literarische Kraft, mit der Edelbauer diese Fragestellungen behandelt, macht „DAVE“ zu einem wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Diskurs über Datenschutz, digitale Ethik und Machtstrukturen im KI-Zeitalter.

In ihrer Laudatio würdigte die Vorjahrespreisträgerin Prof. Dr. Katharina Zweig (RPTU Kaiserslautern-Landau) den besonderen Ansatz Edelbauers, digitale Zukunft nicht rein technisch, sondern kulturell, philosophisch und künstlerisch zu erschließen. Edelbauer zeige, so Zweig, „ein iteratives, erkundendes Vorgehen im Umgang mit KI – ein Ansatz, der uns allen als Orientierung dienen kann.“ Angesichts der gewaltigen Datenmengen, komplexen neuronalen Netze und der daraus resultierenden Machtkonzentration sei diese Form der Reflexion essenziell.

 

Der GDD-Datenschutzpreis in Form einer bronzenen Plakette des Kölner Bildhauers Heribert Calleen wird seit 2013 durch den Vorstand des Vereins an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Entwicklung und Akzeptanz von Datenschutz und Datensicherheit in Deutschland und Europa verdient gemacht haben.
Bisherige Preisträger sind: Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit a.D. (2013), Jan Philipp Albrecht, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (2014), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin der Justiz a.D. (2015), Viviane Reding, Mitglied des Europäischen Parlaments (2016), Jörg Eickelpasch, Referatsleiter beim Bundesministerium des Innern (2017), Thomas Kranig, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht (2018), Prof. Dr. h.c. mult. Ranga Yogeshwar, Physiker und Wissenschaftsjournalist (2019), Marc Elsberg, Bestsellerautor (2020), Werner Koch, Hauptentwickler des GNU Privacy Guard (2021), Dr. Stefan Brink, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg (2022), Jörg Schieb, Journalist und Autor (2023), Prof. Dr. Katharina Zweig, Informatikerin (2024).