Mitgliedschaft

GDD-Infotag 2016

 
Am 30. Juni und 8. Juli 2016 fanden die diesjährigen Informationstage der GDD bei der Vattenfall GmbH in Hamburg sowie im Schulungszentrum der Fraport AG in Frankfurt statt. Das Leitthema lautete „Neues und bestehendes Datenschutzrecht nach der EU-DS-GVO“.

Nach der Begrüßung durch GDD-Vorstandsmitglied Gerhard Stampe in Hamburg bzw. dem Vorstandsvorsitzenden der GDD, Prof. Dr. Rolf Schwartmann in Frankfurt, berichtete GDD-Geschäftsführer Andreas Jaspers jeweils  von den aktuellen Entwicklungen im Datenschutz und der GDD-Geschäftsstelle. Das Hauptaugenmerk lag hierbei natürlich auf den umfangreichen Umbauarbeiten, die durch die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) notwendig werden. Die neuen Vorschriften müssen ab Mai 2018 von den Unternehmen befolgt werden.

Danach stellte Sebastian Schulz vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) das künftige Recht der Werbung dar. Die DS-GVO enthält außer einem ausdrücklichen Widerspruchsrecht des Reklameempfängers keine spezifischen Regeln zur Werbung. Inwieweit Wertungen aus dem bestehenden Recht ab 2018 Bestand haben werden, ist bislang noch nicht genau abzusehen.

Nach einer Pause skizzierte Martin Rost vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) die Voraussetzungen der sog. Datenschutz-Folgenabschätzung nach Artikel 35 DS-GVO und wies Bezüge zum Standard-Datenschutzmodell (SDM) der Aufsichtsbehörden auf. Das SDM ist ein Konzept zur Datenschutzberatung und -prüfung auf der Basis einheitlicher Gewährleistungsziele und wurde Ende 2015 von der Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder (DSK) für den praktischen Einsatz empfohlen.

Den Schluss machte Joerg Heidrich, Fachanwalt für IT-Recht und Justiziar des Heise Zeitschriften-Verlags mit seinem Vortrag über Beschäftigtendatenschutz im Lichte neuer Überwachungstechniken. Der vorherrschende Big-Data-Ansatz wächst sich im Beschäftigtenverhältnis schnell zu People Analytics aus. Online-Nutzungsprofile, Kameras, Sensoren und selbst der Einsatz von Detektiven im privaten Lebensumfeld erzeugen ein umfassendes Datenabbild. Nicht selten ist diese umfassende Datensammlung jedoch illegal.

Der GDD-Vorstand und die Geschäftsstelle danken den gastgebenden Unternehmen an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich für ihre freundliche Unterstützung und die reibungslose Zusammenarbeit.